18.05.2009

WestLB mit bestem Jahresauftakt seit 2002

  • Konzernergebnis von 250 Mio € vor Steuern im 1. Quartal 2009
  • Kosten um 23% reduziert
  • 2. Quartal sehr gut angelaufen

Der WestLB Konzern hat trotz des anhaltend schwierigen Marktumfeldes das beste Ergebnis eines ersten Quartals seit der Aufspaltung der Bank im Jahr 2002 erzielt. Der Konzernüberschuss vor Steuern belief sich zum 31. März 2009 auf 250 Mio €. Dies ist ein Zuwachs um 176 Mio € gegenüber dem bereinigten Ergebnis des Vorjahreszeitraumes. Damals erzielte die Bank einen einmaligen Übertragungsgewinn in Höhe von 947 Mio € aus dem Verkauf strukturierter Wertpapierportfolios an die unabhängige Zweckgesellschaft Phoenix (Risikoabschirmung). Im aktuellen Q1-Ergebnis sind keinerlei Effekte der Risikoauslagerung enthalten.

Das gute Ergebnis im ersten Quartal 2009 beruht vor allem auf einem deutlich gestiegenen Zinsüberschuss und dem Handelsergebnis. Darüber hinaus hat die Bank den Verwaltungsaufwand um rund ein Viertel gesenkt und damit die Kostenbasis weiter nachhaltig verbessert.

„Das ist der beste Jahresauftakt seit Bestehen der Bank“, sagte Vorstandsvorsitzender Heinz Hilgert. „Die Bank ist in ihren Kerngeschäftsfeldern profitabel, die Restrukturierungsmaßnahmen tragen Früchte. Mit der Stärkung des Kundengeschäfts haben wir die Weichen richtig gestellt. Das Ende des EU-Beihilfeverfahrens und die Genehmigung des Umstrukturierungsplans gibt uns zudem Planungs- und Rechtssicherheit, um den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Die EU-Kommission bestätigt die Einschätzung des Vorstandes, dass die Kernbank nachhaltig und profitabel aufgestellt ist.“

Zinsüberschuss deutlich gestiegen

Der Zinsüberschuss stieg im ersten Quartal 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 154 Mio € (+64%) auf 394 Mio €. Der Zuwachs resultierte vor allem aus der positiven Entwicklung im Geldmarktgeschäft sowie Margenausweitungen im Neugeschäft mit Immobilien- und Firmenkunden. Aufgrund der weltweiten Rezession erhöhte sich die Kreditrisikovorsorge auf -174 Mio € (i.V. -120 Mio € bereinigt). Hiermit trägt die Bank allen erkennbaren Risiken angemessen Rechnung.

Der Provisionsüberschuss gab gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres geringfügig auf 73 Mio € (i.V. 83 Mio €) nach. Die Erträge im Kredit- und Konsortialgeschäft sowie im Zahlungsverkehr entwickelten sich stabil; Rückgänge gab es im Wertpapier- und Depotgeschäft aufgrund schwacher Aktienmärkte und eines nachlassenden Zertifikategeschäfts. Dies reflektierte damit die besonderen Auswirkungen der Finanzmarktkrise im Wertpapiergeschäft.

Das Handelsergebnis in Höhe von 212 Mio € war besonders geprägt durch das erfolgreiche Geschäft mit Zinsprodukten, gerade auch vom sehr erfolgreichen Start im Emissionsgeschäft mit einer Vielzahl von Mandatierungen im Unternehmens- und Bankenbereich und einem lebhaften Platzierungsgeschäft. Belastet wurde es durch Marktwertverluste aus Wertpapieren hoher Bonität (im Wesentlichen Anleihen europäischer Staaten und Gebietskörperschaften) mit einem Volumen von 260 Mio €, die unverändert in der Fair Value-Option (keine Umkategorisierung) ausgewiesen sind. Positive Effekte ergaben sich aus Spreadveränderungen bei eigenen Passiva in Höhe von rund 290 Mio €. Im Vorjahreszeitrum belief sich das um den Phoenix-Effekt bereinigte Handelsergebnis auf -41 Mio €. Das Finanzanlageergebnis des ersten Quartals 2009 in Höhe von 10 Mio € (i.V. -4 Mio € bereinigt) beruhte vor allem auf der Veräußerung von Beteiligungen.

Kostenbasis nachhaltig verbessert

Die eingeleiteten Maßnahmen zur Senkung der Personal- und Sachkosten zeigten weiter Wirkung: Die Verwaltungsaufwendungen sanken in den ersten drei Monaten 2009 um 83 Mio € (-23%) gegenüber dem Vorjahresquartal auf 280 Mio €. Besonders ins Gewicht fiel der geringere Personalaufwand. Er reduzierte sich um 64 Mio € (-33%) auf 131 Mio €. Maßgeblichen Anteil hieran hatten veränderte Entgeltstrukturen mit geringeren nichtlinearen Gehaltsbestandteilen sowie der planmäßige Personalabbau. In den ersten drei Monaten 2009 sank die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber dem Jahresende 2008 weiter um 131 auf 5.532, das sind 578 weniger als zum Ende des ersten Quartals 2008. Durch ein konsequentes Sachkostenmanagement verringerten sich die anderen Verwaltungsaufwendungen um 20 Mio € (-13%) auf 130 Mio €. Rückläufig waren vor allem IT- und Beratungskosten.

Kernsegmente im Plan

Im Segment Verbund und Immobilien legte das Vorsteuerergebnis um 20 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal auf 31 Mio € zu. Besonders das erfolgreiche Geldmarkt- und Immobiliengeschäft trug zu einem um 19 Mio € erhöhten Zinsüberschuss bei.

Bei Firmenkunden und Strukturierte Finanzierungen gelang in den ersten drei Monaten des Jahres trotz schwieriger Marktbedingungen eine deutliche Steigerung der operativen Erträge. Hervorzuheben ist die gute Positionierung im Schuldscheingeschäft, bei Akquisitionsfinanzierungen und im internationalen Projektfinanzierungsgeschäft (Platz 7 weltweit). Das Segmentergebnis wurde jedoch durch eine Kreditrisikovorsorge in Höhe von -63 Mio € belastet und belief sich auf 40 Mio € (i.V. 58 Mio €).

Im Kapitalmarktgeschäft prägten neben dem guten Start im Emissionsgeschäft Erfolge im Geldmarktgeschäft und mit strukturierten Zinsprodukten das Ergebnis. Es lag mit 271 Mio € deutlich über dem Vorjahreswert
(-43 Mio €) und knüpft damit an die nachweisliche Stärke der Bank an.

Im Transaction Banking führten Zuwächse im In- und Auslandszahlungsverkehr, im Kartengeschäft sowie im Neugeschäft der readybank ag zu einem erhöhten Zins- und Provisionsüberschuss. Belastet wurde das Ergebnis im Zahlungsverkehr dagegen durch die stark gesunkenen Geldmarktzinsen.

Die Bilanzsumme des WestLB Konzerns wurde im Vergleich zum 31.12.2008 planmäßig um 15,0 Mrd € auf 273,1 Mrd € verringert. Das bilanziell ausgewiesene Eigenkapital stieg um 0,2 Mrd € auf 4,0 Mrd €.

Weichen für die Zukunftsfähigkeit der Bank gestellt

Der vielversprechende Jahresauftakt bestätigt, dass die WestLB in der Finanzmarktkrise weiter Kurs hält. Sie steht operativ und strategisch deutlich besser da als vor einem Jahr. Der mit der EU-Kommission abgestimmte Umstrukturierungsplan sichert auch aus ihrer Sicht die Zukunftsfähigkeit der rentablen Kernbank. Gleichzeitig eröffnet die Entscheidung laut Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes „Möglichkeiten für eine umfassendere Umstrukturierung der deutschen Landesbanken“. Die WestLB konzentriert sich künftig auf die Bereiche Verbund/Mittelstand, Transaction Banking sowie Kapitalmarkt/Firmenkunden/Strukturierte Finanzierungen.

„Die erfreuliche Entwicklung unseres Geschäfts hat sich auch zu Beginn des zweiten Quartals fortgesetzt, der Monat April zeigt eine weitere deutliche Verbesserung des Ergebnisses,“ sagte Heinz Hilgert. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2009 ist allerdings wegen der großen Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung noch nicht möglich.

 

Anlagen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. März 2009
Konzernbilanz zum 31. März 2009


Der vollständige Zwischenbericht wird wie geplant am 28. Mai 2009 erscheinen.

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