WestLB nach neun Monaten mit 604 Mio € Gewinn vor Steuern
- Erhebliche Belastungen aus der Finanzmarktkrise verkraftet
- Engagement mit isländischen Banken zu 100 % wertberichtigt
- Deutliche Kostenreduzierungen
Um in der aktuellen Unsicherheit am Kapitalmarkt durch Transparenz für Vertrauen zu sorgen, hat sich der Vorstand der WestLB entschlossen, schon heute Eckdaten des Neun-Monats-Ergebnisses zu veröffentlichen. Der vollständige Zwischenbericht wird wie geplant am 27. November 2008 erscheinen.
Die WestLB hat im Konzern in den ersten drei Quartalen 2008 ein Ergebnis vor Steuern von 604 Mio € (Vorjahr: -113 Mio €) erzielt. Das Konzernergebnis nach Steuern beläuft sich auf 532 Mio € (Vorjahr: -145 Mio €). In dem Ergebnis sind Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen, erhöhte Risikovorsorgen sowie Bewertungsergebnisse aus Wertpapieren durch akute Marktverwerfungen ebenso berücksichtigt wie die Effekte aus der Risikoabschirmung zum Ende des ersten Quartals.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat die WestLB neben der umfassenden Restrukturierung ihre Position in der Projektfinanzierung weiter ausgebaut und sich weltweit von Rang 18 auf Rang 7 verbessert (Quelle: Thomson Reuters). Während der Zinsüberschuss um 6 % auf 897 Mio € gesteigert werden konnte, blieb der Provisionsüberschuss aufgrund der Zurückhaltung von Kunden im Wertpapier- und Depotgeschäft mit 289 Mio € hinter dem Vorjahresergebnis (322 Mio €) zurück. Das Handelsergebnis erreichte 631 Mio € und war maßgeblich durch den Übertragungsgewinn aus der Risikoabschirmung zum Ende des ersten Quartals 2008 geprägt. Vor allem die Bewertungsergebnisse von staatsgarantierten Verbriefungen, Staatsanleihen sowie Handelspositionen mit isländischen Kreditinstituten belasteten. Durch die Anwendung des geänderten IAS 39 wurden aufgrund der Umkategorisierung von Finanzinstrumenten der Kategorie Held for Trading in die Kategorie Loans and Receivables Bewertungsverluste von 150 Mio € vermieden.
Wegen der sich eintrübenden konjunkturellen Aussichten wurde die Kreditrisikovorsorge im dritten Quartal noch einmal erhöht auf insgesamt 345 Mio €. Für das Engagement mit isländischen Banken in Höhe von insgesamt 196 Mio € wurde im dritten Quartal in voller Höhe Vorsorge getroffen. Die Belastungen entfallen entsprechend der Kategorisierung der Positionen auf die Kreditrisikovorsorge, das Handelsergebnis sowie das Finanzanlageergebnis.
Die WestLB hat deutliche Fortschritte bei den Kostenreduzierungsmaßnahmen erzielt. Die Verwaltungsaufwendungen liegen mit 1.040 Mio € nach den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 11 % unter dem Vorjahreswert (1.167 Mio €). Die Kostensenkungen sind im Personalaufwand im Wesentlichen durch die geringere Mitarbeiterzahl sowie Kürzungen bei der leistungsorientierten Vergütung erzielt worden. Bei den Sachaufwendungen wurde der Rückgang der laufenden Kostenbasis durch einmalige Umstrukturierungs- und Projektaufwendungen zum Teil kompensiert.
Die Umstrukturierungsmaßnahmen zielen unter anderem darauf, nicht strategiekonforme Aktiva abzubauen und das Kundengeschäft zu stärken. Zum 30.9.2008 lag die Bilanzsumme mit 273 Mrd € um 5 % unter dem Vorjahresende (287 Mrd €). Der Rückgang wurde unter anderem durch den stärkeren US-Dollar gebremst.
Die Refinanzierung der im Rahmen der Risikoabschirmung gegründeten Zweckgesellschaft wird derzeit unter anderem durch ein externes Kreditrating der Notes restrukturiert. Dies wird zu einer deutlichen Reduzierung der Risikoaktiva beitragen. Unter Berücksichtigung dieses Effektes erreicht die Kernkapitalquote zum Ende des 3. Quartals 6,8 %.
Heinz Hilgert, Vorstandsvorsitzender der WestLB AG, sagte bei Vorlage der Eckdaten in Düsseldorf: „Trotz der erheblichen Belastungen aus der Finanzkrise und der Marktverwerfungen, die sich im September nochmals verschärften, bleibt die WestLB operativ auf Kurs. Die durch die Eigentümer im Frühjahr durchgeführten Abschirmungsmaßnahmen greifen. Damit sind wir für zukünftige Herausforderungen in diesen bewegten Zeiten gut gerüstet – auch mit Blick auf die notwendige Konsolidierung im Landesbankensektor.“
