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29.03.2007

WestLB AG mit Rekordgewinn

Konzernergebnis 2006 steigt auf 1.006 Mio €

Höchstes Ergebnis seit Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 2002

Ergebnisqualität weiter verbessert und Substanz gestärkt

Gemeinsame Osteuropa-Initiative mit Sachsen LB

Der WestLB Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 sein höchstes Ergebnis seit Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahre 2002 erzielt. Der Gewinn vor Steuern stieg um 131 Mio € (+15%) auf 1.006 Mio €. Dieses Ergebnis konnte trotz einmaliger Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 193 Mio € für das auf drei Jahre angelegte Effizienz-Programm Lean Bank erzielt werden. Die Ergebnissteigerung ist auf eine deutliche Verbesserung der operativen Erträge (+ 158 Mio €, ohne Buchgewinn aus dem Verkauf der HSH-Anteile) vor allem im Kundengeschäft zurückzuführen.

Von der guten Ergebnisentwicklung der Bank profitieren die Aktionäre durch die vollständige Wiederauffüllung der verzinslichen stillen Einlage. Zudem ist erstmals seit Gründung der AG die Zahlung einer Vorzugsdividende in Höhe von 2,26 € pro Aktie (Gattung B) vorgesehen. Insgesamt wurde aus dem Ergebnis die Substanz der Bank nachhaltig gestärkt. Dabei stieg allein das aufsichtsrechtliche Kapital um über 500 Mio €. Das Eigenkapital nahm im Konzern um knapp 800 Mio € auf 6,8 Mrd € zu. Die Ei-genkapitalrentabilität belief sich auf 15,8%.

„In dieser Phase der Neuausrichtung können wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Die Bank hat deutlich an Substanz gewonnen und ist für weiteres Wachstum gerüstet. Dazu wird auch unsere gemeinsam mit der Sachsen LB gestartete Osteuropa-Initiative beitragen“, sagte WestLB Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas R. Fischer bei Vorlage des Konzernabschlusses in Düsseldorf. Mit der gemeinsamen Initiative wollen WestLB und Sachsen LB ihr Firmenkundengeschäft in den Wachstumsregionen Osteuropas deutlich ausbauen. Vorrangige Zielmärkte sind Russland, Polen, Tschechische Republik, Ungarn und die Ukraine.
 
Erstmals Konzernabschluss nach IFRS

Ein Jahr früher als gefordert legt die WestLB für 2006 ihren Konzernabschluss nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) vor. Sie ist damit die erste nicht-börsennotierte frühere Landesbank, die auf dieser Basis bilanziert und damit den wachsenden Anforderungen der Kapitalmärkte nach international vergleichbarer Rechnungslegung gerecht wird.

Erträge kräftig gestiegen

„Höhe und Qualität des Ergebnisses haben sich weiter verbessert: Die Erträge konnten kräftig gesteigert werden, und der Anteil des kundengetriebenen Geschäfts am Zins- und Provisionsüberschuss sowie am Handelsergebnis legte weiter zu. Wir haben damit auch für 2006 unsere Ziele erreicht“, erläuterte Finanzvorstand Dr. Hans-Jürgen Niehaus. „Durch nachhaltiges Risikomanagement konnten wir zudem unsere Risikopositionen weiter optimieren und damit zusätzlichen Handlungsspielraum für zukünftiges Wachstum schaffen.“

Während sich der Zinsüberschuss um 187 Mio € auf 1.144 Mio € verringerte, nahmen Provisionsüberschuss und Handelsergebnis weiter zu. Hierzu trug vor allem die Ausweitung des Kundengeschäfts bei. So stiegen die Forderungen an Kunden um 9,1 Mrd €. Anhaltend niedrige Zinsmargen im Kreditgeschäft belasteten allerdings den Zinsüberschuss. Zudem führten hier insbesondere Verkäufe von nicht-strategischen Finanzbeteiligungen sowie von assoziierten Unternehmen (unter anderem HSH Nordbank AG) zu geringeren laufenden Erträgen. Auflösungen von Wertberichtigungen ergaben eine erneut positive Kreditrisikovorsorge in Höhe von 202 Mio € (i.V. 75 Mio €). Auflösungen konnten wir vor allem in der Länderrisikovorsorge vornehmen. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge verringerte sich geringfügig von 1.406 Mio € auf 1.346 Mio €.

Der Provisionsüberschuss stieg auf 325 Mio € (i.V. 318 Mio €). Der strategiekonforme Ausbau der Risikomaklerfunktion führte hier zu höheren Erträgen bei provisionsgetriebenen Geschäften aus Syndizierungen, Verbriefungstransaktionen und strukturierten Finanzierungen. Das Handelsergebnis entwickelte sich aufgrund des freundlichen Marktumfeldes sowie der Neuausrichtung auf kundengetriebenes Geschäft sehr erfolgreich und legte um 111 Mio € auf 429 Mio € zu.

Der kräftige Anstieg des Finanzanlageergebnisses auf 551 Mio € nach 282 Mio € im Vorjahr resultiert vor allem aus dem Verkauf der Anteile an der HSH Nordbank AG sowie in unserem Private Equity-Geschäft aus einer Börseneinführung. Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen nahm um 139 Mio € auf 378 Mio € zu. Insbesondere Effekte aus der Entkonsolidierung von Konzerngesellschaften sorgten für das Ergebnisplus.

Kostenbasis durch Lean Bank um 121 Mio € entlastet

Die weitere Steigerung von Effizienz und Rentabilität ist zentrale Voraussetzung, damit die Bank auch in Zukunft profitabel wachsen kann. Von daher hat der Vorstand 2006 mit Lean Bank ein Programm zur Effizienzverbesserung in den Corporate Center- und Back Office-Bereichen gestartet. Bis Ende 2008 soll dadurch die Kostenbasis in diesen zentralen Support-Bereichen nachhaltig um 250 Mio € entlastet werden. Bereits im ersten Jahr konnten die Kosten hier um 121 Mio € verringert werden. Dieser Effekt wurde allerdings 2006 überlagert von einem deutlich gestiegenen Personalaufwand (von 872 Mio € auf 1.031 Mio €). Hier machen sich neben höheren laufenden Gehaltszahlungen aufgrund von Tarif- und Kaufkraftanpassungen vor allem Einmal-Investitionen in den Aufbau eines transparenten und marktgerechten Entgelt- und Bonussystems bemerkbar. Zudem wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch höhere leistungsabhängige Gehaltskomponenten angemessen am Erfolg der Bank beteiligt. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sank durch Personalabbau, der sozialverträglich umgesetzt werden konnte, sowie durch Entkonsolidierungen von 6.353 auf 5.862 Vollzeitkräfte.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen verringerten sich um 17 Mio € auf 799 Mio €. Hier zeigen sich ebenfalls erste Erfolge der Lean Bank-Initiative, gegenläufig wirkten allerdings Aufwendungen im Zusammenhang mit der weiteren Bündelung und Straffung unseres Immobilienportfolios.

Kundengeschäft ausgeweitet, Eigenkapital gestärkt

Die Konzernbilanzsumme sank geringfügig von 294,4 Mrd € auf 285,3 Mrd €. Die Veränderung ist maßgeblich auf den Rückgang von derivativen Finanzinstrumenten auf der Aktiv- und Passivseite zurückzuführen. Die Handelsaktiva/-passiva stellen aufgrund der Marktbewertung der Handelsbestände (Fair Value) nach IFRS nunmehr mit 146,1 Mrd € beziehungsweise 81,2 Mrd € die größten Bilanzposten dar.

Während die Forderungen an Kreditinstitute von 18,8 Mrd € auf 17,1 Mrd € zurückgingen, nahmen die Forderungen an Kunden kräftig um 9,1 Mrd € auf 66,5 Mrd € zu. Das Kreditvolumen stieg um 9,5 Mrd € auf 98,3 Mrd €. Auf der Finanzierungsseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden ebenfalls kräftig um 11,0 Mrd €. Von den gesamten Kundenverbindlichkeiten in Höhe von 47,0 Mrd € entfallen 37,0 Mrd € auf Firmenkunden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich auf 54,4 Mrd €, ein Plus von 6,2 Mrd €.

Die Eigenkapitalausstattung konnte durch das gute Jahresergebnis deutlich verbessert werden. Nachdem die stillen Einlagen in den Jahren 2003 und 2004 am Verlust teilgenommen hatten, wurden diese nach der Zuführung 2005 nunmehr wieder vollständig aufgefüllt. Zudem wurden die Gewinnrücklagen der WestLB AG erstmals wieder dotiert. Insgesamt stieg das Konzernkapital um 796 Mio € auf 6,8 Mrd €, das Kernkapital um 544 Mio € auf 7,2 Mrd €. Trotz deutlich gestiegener Risikoaktiva von 85,6 Mrd € auf 95,9 Mrd € blieb die Kernkapitalquote deshalb mit 8,1% nahezu auf Vorjahresniveau. Damit verfügt die WestLB nach wie vor über eine komfortable Kapitalausstattung.

„Die Bank ist grundsätzlich stabil aufgestellt und wieder wachstumsfähig. Wegen der volatilen Marktentwicklung im 1. Quartal, konjunktureller Risiken und des weiter zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Bankensektor ist allerdings absehbar, dass das Jahr 2007 deutlich anspruchsvoller wird. Unabhängig von der kurzfristigen Ergebnisentwicklung ist es unser Ziel, die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern über 2007 hinaus bei mindestens 15% zu stabilisieren“, beschrieb Finanzvorstand Dr. Niehaus die weiteren finanzwirtschaftlichen Perspektiven der Bank. Vorstandschef Dr. Fischer sagte: „Besondere Aufmerksamkeit werden wir dem profitablen und risikobewussten Wachstum der Bank widmen. Dazu haben wir 2006 mit der Bündelung unserer Corporate- und Investment Banking-Aktivitäten wichtige Schritte zum Ausbau des Kundengeschäfts getan. Weitere Impulse erwarten wir von der nunmehr gestarteten Osteuropa-Initiative zusammen mit der Sachsen LB sowie den 2006 erfolgreich angelaufenen Partnerschaften vor allem für den Sparkassen-Finanzverbund. Diese Wachstumschancen werden wir konsequent nutzen.“

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2006

  • Konzernbilanz zum 31. Dezember 2006

Konzern-Erfolgsrechnung vom 1. Januar – 31. Dezember 2006

  • Konzern-Erfolgsrechnung vom 1. Januar – 31. Dezember 2006

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